Als Geschäftsführer einer Holding-UG oder vermögensverwaltenden UG musst du zahlreiche Fristen im Blick behalten. Versäumnisse können teuer werden – Verspätungszuschläge und Zwangsgelder drohen. In diesem Artikel findest du alle wichtigen Termine übersichtlich zusammengefasst.
Die Fristen für die Abgabe deiner Steuererklärungen hängen davon ab, ob du einen Steuerberater beauftragst oder die Erklärungen selbst erstellst.
Ohne Steuerberater:
Frist: 31. Juli des Folgejahres
Beispiel: Für das Geschäftsjahr 2025 müssen die Erklärungen bis zum 31. Juli 2026 beim Finanzamt eingehen
Mit Steuerberater:
Frist: 30. April des übernächsten Jahres (ca. 16 Monate nach Jahresende)
Beispiel: Für 2025 hast du bis zum 30. April 2027 Zeit
Weitere Fristverlängerungen können bei besonderen Gründen beantragt werden
Diese Fristen gelten für:
Körperschaftsteuererklärung
Gewerbesteuererklärung
Feststellungserklärung (sofern relevant)
Umsatzsteuer-Jahreserklärung
Kleine Kapitalgesellschaften – und das sind die meisten UGs – müssen ihren Jahresabschluss im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichen.
Frist: 12 Monate nach dem Bilanzstichtag
Bei einem Geschäftsjahr, das dem Kalenderjahr entspricht, bedeutet das:
Jahresabschluss 2025 muss bis zum 31. Dezember 2026 offengelegt werden
Beachten Sie: Vor der Offenlegung müssen folgende Schritte erfolgen:
Aufstellung des Jahresabschlusses durch den Geschäftsführer
Feststellung des Jahresabschlusses durch die Gesellschafterversammlung
Elektronische Einreichung beim Bundesanzeiger
Die Häufigkeit der Umsatzsteuer-Voranmeldung richtet sich nach der Umsatzsteuerzahllast des Vorjahres:
Monatliche Abgabe (bei Umsatzsteuer > 7.500 € im Vorjahr):
Frist: 10. des Folgemonats
Beispiel: UStVA für Januar 2026 ist fällig am 10. Februar 2026
Quartalsweise Abgabe (bei Umsatzsteuer ≤ 7.500 € im Vorjahr):
Frist: 10. des Monats nach Quartalsende
Beispiel: UStVA für Q1 2026 (Januar-März) ist fällig am 10. April 2026
Tipp: Sie können eine Dauerfristverlängerung beantragen, die Ihnen einen zusätzlichen Monat Aufschub gewährt.
Vermögensverwaltende UGs und Holding-UGs ohne operative Tätigkeit haben oft besondere Regelungen:
Reine Beteiligungsverwaltung führt in der Regel nicht zur Umsatzsteuerpflicht
Keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen erforderlich, wenn keine steuerbaren Umsätze vorliegen
Trotzdem: Umsatzsteuer-Jahreserklärung mit Nullmeldung kann erforderlich sein
Zusammenfassende Meldung (nur bei innergemeinschaftlichen Lieferungen):
Frist: 25. des Folgemonats
Feststellungserklärung (bei Beteiligungen an Personengesellschaften):
Gleiche Fristen wie für die Körperschaftsteuererklärung
Wer Fristen versäumt, muss mit erheblichen Konsequenzen rechnen:
Verspätungszuschläge: Das Finanzamt kann für jeden angefangenen Monat der Verspätung 0,25 % der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 € pro Monat verlangen
Zwangsgelder: Bei Nichtoffenlegung des Jahresabschlusses drohen Zwangsgelder bis zu 25.000 €
Schätzungsbescheide: Bei fehlenden Steuererklärungen kann das Finanzamt die Steuer schätzen – meist zu deinem Nachteil
Säumniszuschläge: Bei verspäteter Zahlung der Steuer fallen zusätzlich 1 % pro Monat an
Digitale Erinnerungen einrichten: Nutze die Fristenerinnerungen von Mirador Tax
Früh mit der Vorbereitung beginnen: Warten Sie nicht bis kurz vor Fristablauf – Belege sollten kontinuierlich gesammelt werden
Bei Problemen proaktiv handeln: Wenn eine Frist nicht eingehalten werden kann, beantrage rechtzeitig eine Fristverlängerung
Die Einhaltung steuerlicher Fristen ist Pflicht für jeden UG-Geschäftsführer. Während vermögensverwaltende UGs oft von vereinfachten Regelungen profitieren, bleibt die Komplexität des Steuerrechts eine Herausforderung. Eine strukturierte Jahresplanung und die Zusammenarbeit mit einer spezialisierten Plattform und/oder einem erfahrenen Steuerberater sind der Schlüssel, um alle Fristen sicher einzuhalten und kostspielige Versäumnisse zu vermeiden.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung. Die dargestellten Fristen können sich ändern und individuelle Besonderheiten deiner UG können abweichende Regelungen erfordern.